baum_lichtUrsprünglich wurden hauptsächlich Familien aufgestellt. Mit der Erforschung dieses Feldes der Phänome sind die Einsatzmöglichkeiten enorm erweitert worden.

Durch StellvertreterInnen lassen sich Beziehungsstrukturen erkennen; innerhalb der Ursprungsfamilie, der Gegenwartsfamilie, des Arbeitskontextes, wie auch alle anderen Arten der Beziehungen. Z.B. auch Beziehung zur neuen Wohnung, zum neuen Auto, zur Wut, zur Angst oder zu anderen Gefühlen…

Dadurch entstehen Einsichten über das „innere Bild“, welches zum jetzigen Zeitpunkt getragen wird. Die RepräsentantenInnen äußern dabei nur ihre Gefühle als StellvertreterIn. Danach lassen sich neue Impulse setzten, was durch Bewegungen oder ausgesprochene Sätze geschieht.

Alles,
was dich anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt
und welcher Geiger hat uns in der Hand?

Rainer Maria Rilke

 

Genutzt werden und unterstützen kann die Methode um:

  • mehr Klarheit bei Schwierigkeiten in Beziehungen zu bekommen
  • mehr Leichtigkeit im Alltag zu finden; Anspannungen verringern sich
  • mehr Erkenntnis darüber zu bekommen, wo die einzelnen Mitglieder in unserem System stehen und eine damit verbundene Würdigung von ihrem Standpunk, bringt ein Mehr an Wohlfühlen im Kontakt mit ihnen
  • Unterstützung beim Finden von Zielen zu geben; wie das Ablegen von nicht mehr gebrauchten Gewohnheiten
  • das was uns daran hindert, die „Fülle des Leben zu nehmen“,  dies zu erkennen; wie auch das Erfahren der Fülle die uns das Leben bietet
  • die Grenzen aufzuzeigen , die wir benötigen, um uns geborgen zu fühlen
  • neue Möglichkeiten des Agierens zu erlangen
  • massiven Krankheiten vorzubeugen
  • einfach mal zu schauen, was sich mit dieser Methode erfahren lässt; um dann damit, in der Zukunft, zu experimentieren

Das freie Aufstellen

Die Methode des Freien Aufstellens wurde von Olaf Jacobsen entwickelt. Sie unterscheidet sich im Wesentlichen dadurch, dass AufstellerInnen zu jeder Zeit frei entscheiden, wie die Aufstellung ablaufen soll.
Eine traditionelle Aufstellung ist dabei ebenso möglich, wie eine Aufstellung, wo jeder zu jeder Zeit all seinen Impulsen folgt, ohne dass jemand, mit Ausnahme des Aufstellenden, Grenzen setzt (Ausnahme hierbei ist das Ausleben von Gewalt) Alles, was dazwischen liegt kann genau so genutzt werden.
Siehe auch Olaf Jacobsen: www.in-resonanz.net

Wie kann freies Aufstellen stattfinden?

Die/der Aufstellende kann sich frei entscheiden, wie mit dem Thema, was sie/er aufstellt umgegangen wird. Erzählt sie es der ganzen Gruppe oder nur dem Moderator (z.B. unter 4 Augen in einem anderen Raum oder im Vorhinein). Auch die Blindaufstellung ist eine Variante. Dabei kennt nur sie das Thema.

Bei der Entscheidung, für das Finden, der benötigten StellvertreterInnen ist es das gleiche. Es kann mit dem Moderator alleine herausgefunden werden oder die Gruppe beteiligt sich daran. Auch eine Variante ist die, vorher gar nicht zu entscheiden, wer gebraucht wird. Dabei kann die/der Aufstellende fragen, ob sich Anwesende von dem Thema angesprochen fühlen und als StellvertreterInnen sofort zur Verfügung stehen.

Je nachdem, wie sich die/der Aufstellende entscheidet, entwickelt sich das weitere Vorgehen; nämlich ob sie die Beteiligten an ihre Plätze führt oder ob diese ihren Platz erfühlen und dann selber auf diesen Platz gehen.

Nun können alle Beteiligten befragt werden, wie sie sich an Ihrer Stelle fühlen. Sie können auch ihren Impulsen folgen; je nach Wunsch der/des Aufstellenden, schweigend oder mit Aussprechen von dem, was sie gerade fühlen.

Ab da kann nun noch „Fehlendes“ hinzugenommen werden. Dies können Personen sein, bei welchen die StellvertreterInnen das Gefühl haben, das sie noch wichtig sind. Ebenso können es andere Elemente sein, wie z.B. die Liebe oder das, was die Lösung bringt. Alles, was man sich ausdenken kann, kann auch ein Beitrag dazu sein. Das Wichtigste dabei ist immer, dass es für die/den AufstellendeN passend ist; was durch Nachfragen bei ihr herausgefunden wird.

Nun können so viele Bewegungen oder Sätze ausgesprochen werden, bis sich alle Wohlfühlen. Die/der Aufstellende, kann die Aufstellung auch jederzeit beenden, vielleicht, weil sie das Gefühl hat, das zum jetzigen Zeitpunkt keine förderliche Bewegung mehr stattfinden kann oder sie schon genug gesehen hat.

Die/der Aufstellende entscheidet den Zeitpunkt und ob sie überhaupt selber in die Aufstellung geht; dadurch hat sie die Chance, sich in den Platz einzufühlen, den ihre Stellvertreterin gerade einnimmt.

Was sich als Schlussbild zeigt, ist, was die/der Aufstellende als Spiegel mit nach Hause nimmt. Dort kann es im Inneren wirken. Oft wird erst im Nachhinein klar, wie jenes neue Bild sich in bestimmten Situationen bewährt. Es wird auch als Lösungsbild bezeichnet, da meistens etwas für die Person verändert ist: in vielen Fälle die Einstellung zur Situation, wie sie bis dahin aufgefasst wurde. Lösung findet dann statt, wenn es zu einer Bewegung (Veränderung) kommt.

Oder, oder, oder.., es gibt viele Möglichkeiten, damit zu arbeiten. Lass Dich überraschen, was dabei herauskommt.

Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern, tu es jeden Tag.
Konfuzius

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